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Athen: Taxi nach Gayzi!

„Wenn man als schwuler Jugendlicher in Griechenland irgendwo in der Provinz lebt, dann kann man es kaum erwaten, 18 zu werden," erinnert sich Giorgios. „Denn dann ist man volljährig und zieht so schnell wie möglich nach Athen. Dort fängt dann das schwule Leben an!" Mein junger Reisebegleiter ist ursprünglich auch so ein Landei, führt mich aber souverän durch den hellenischen Großstadtdschungel. „Die griechischen Schwulen sind sehr glamourös. Ohne Prada, Gucci oder so was brauchst Du gar nicht erst hierher!" warnt er vor. Wir sind unterwegs im Stadtteil Gazi (auch „Gayzi" genannt), der sich seit dem Olympiajahr 2004 endgültig als das Szeneviertel etabliert hat. Den Namen hat das Viertel übrigens von einem alten Gaskessel, der zu einem Kulturhaus umgebaut wurde. Angesichts der schmuddeligen, dunklen Gassen mit den leicht verfallenen Fassaden des Stadtteils staune ich dann doch nicht schlecht, als wir die Bar „Sodade", das Mutterschiff der Gayszene, erreichen. Ziemlich klein, rappelvoll, hip und trendy, so könnte man den Laden beschreiben. Obwohl es durch die schwarze Lack-Deko ziemlich düster ist, linsen uns sonnengebräunte Wesen aus großen, schwarzen Sonnenbrillen an. Die House-Musik dringt bis draußen auf die Straße, im Sommer steht man ohnehin draußen mit dem Longdrink in der Hand, die Türen stehen offen. Den Begriff „Nachtruhestörung" kennt man hier offenbar nur vom Hörensagen. Nicht weit vom Sodade gibt's Nachtclubs im Doppelpack: das „Blue Train" ist ein schickes Café im Erdgeschoss, eine Etage höher wird im „Kazama" ausschließlich zu griechischer Musik getanzt. Der Dachgarten mit seiner Aussicht über die Stadt ist in lauen Sommernächten eine Offenbarung! Wer dann immer noch nicht genug hat, dem sei die After Hour im „Club Fou" ab 4 Uhr morgens empfohlen - auch hier schafft man es, zu griechischer Musik zu tanzen. Wenig Popularität bin der Athener Gayszene haben Saunen und Darkrooms - man findet kaum welche, und wenn, sind sie klein und schmuddelig. Der einzige Darkroom Athens befindet sich im Lambda-Club, einer der bekanntesten Szeneadressen der Stadt, wobei das Publikum in dieser Gruft nicht unbedingt sehr „classy" ist. Spontanes Vergnügen der besonderen Art kann die Taxifahrt zurück ins Hotel bieten: dutzende Taxifahrer warten z.T. vor den Lokalen, und auf so mancher Tour wird ein Stopp in einer dunklen Gasse eingelegt und der Fahrgast mal eben vernascht!

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